3. Februar 2023

Kaputtgespart

Den Chatbot habe ich  beauftragt, die Lage zu analysieren. Er hat keine zehn Sekunden gebraucht, um folgendes zu formulieren:

Na, endlich fällt die Maske, und auch die Deutschen können wieder aufatmen: Pandemie ade. Wir sind wieder frei. Und können so weitermachen wie vor Corona. Die deutsche Industrie freut sich, dass es trotz Krieg, Gas-Engpässen, Inflation, Klimawandel und Energiewende ein – wenn auch bescheidenes - Wirtschaftswachstum gibt, dass die Arbeitslosenzahl nicht steigt (obwohl eine Menge Fachkräfte fehlt) und die Aktien ihr hohes Niveau halten. Kurz: Es könnte schlechter gehen. Dennoch schallt es pausenlos aus dem Medienwald, wie schlecht die Ampel in Berlin die Krisen manage. Beispiel: Materialengpässe und deutlich gestiegene Zinsen sind der Bauwirtschaft in die Parade gefahren. Warum, frage ich mich, nimmt man nicht zu Kenntnis, dass ein vor dem 24. Februar 2022 formuliertes, ehrgeiziges Ziel von 400.000 Sozialwohnungen im Jahr unter anderen Vorzeichen schwerer oder gar nicht zu erreichen ist. Auch die Bauwirtschaft braucht ähnlich wie die Bundeswehr ein Sondervermögen, genauso wie die Bahn, die Digitalisierung, Klima-, Natur- und Tierschutz, das Bildungs- und nicht zuletzt auch das Gesundheitswesen. Alles kaputtgespart und der schwarzen Null geopfert. Wir können sie uns Sparsamkeit nicht leisten. Weil Staat wie Wirtschaft von Investitionen und Wachstum leben. Schulden lasten weniger als eine nicht intakte Infrastruktur .  Reiner Trabold

18. Januar 2023

 

Der Fall Lambrecht

Kaum hat Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) dem Druck der eigenen Schwäche nachgegeben und die Flinte ins Korn geworfen, da geht es auch schon los mit dem Kreuzfeuer auf die Bundesregierung. Dass von allen Seiten gegen Lambrecht gefeuert wurde, habe ich nach ihrem privaten Video aus der Silvesternacht ja noch verstanden. Der Fehlschuss wurde schließlich oft genug gezeigt. In der Kritik der Kompanie stand sie von Anfang an, weil sie den deutschen Soldaten 5000 Helme wegnahm und der ukrainischen Armee schenkte. Dabei hat die Bundeswehr nichts herzugeben. Denn ihr fehlt es angeblich an allem, selbst an warmen Unterhosen und Socken. Und das trotz 100 Milliarden Euro Sondervermögen. Was bitte schön hat Lambrecht mit dem ganzen Geld gemacht? Dann kommt auch noch Wolodymyr Selenkyjs und fordert Leos für die Ukraine, weil seinen Soldaten schwere Geschosse im Kampf gegen Putins Übermacht fehlen. Richtig in Ungnade gefallen ist sie in der öffentlichen Meinung, als sie mit ihrem Sohn im Hubschrauber (die ja angeblich gar nicht fliegen können) in Urlaub geflogen ist. Ungeschickt, wie einiges in Lambrechts Amtszeit. In der deutschen Landesverteidigung liegt trotz der vom Kanzler ausgerufenen „Zeitenwende“ vieles im Argen. Dies Christine Lambrecht zur Last zu legen, ist freilich dreist. Tatsache ist: Sie hat eine Bundeswehr übernommen, die in 16 Jahren CDU-Kommando in Grund und Boden gewirtschaftet wurde. Zwei Vorgängerinnen haben es nicht auf die Reihe gebracht, die Verteidigung des Landes neu zu strukturieren, das Beschaffungswesen zu reformieren und zu straffen. Dann kam die SPD-Politikerin ins Amt und nur wenige Wochen später Putins Überfall auf die Ukraine. Erst dann fiel auch denen auf, die bisher das Sagen hatten, dass Deutschland auf einen Ernstfall nicht vorbereitet ist. Was denkt sich die Union dabei, jetzt auch noch Kritik daran zu üben, dass der niedersächsische Innenminister Boris Pristorius (er hat im Gegensatz zu den Vorgängerinnen gedient) im Schleudersitz der Nation Platz nimmt? Der Kanzler, dem gern Führungsschwäche vorgeworfen wird, hat nach Lambrechts Abschiedsbrief zügig gehandelt. Wenn nach der Entscheidung für einen Mann an der Spitze der Bundeswehr auch noch beanstandet wird, dies störe die von Scholz leichtfertig versprochene Parität im Kabinett, kann ich mich nur wundern. Reiner Trabold

Deutsche Mangellage

Kaum ist die Ampel in der Regierungsverantwortung tun sich an allen Ecken und Kanten Krater auf. Deutsche Mangelerscheinungen: Es gibt – in Kriegszeiten besonders gefährlich - zu wenig Munition. Es fehlen Lehrer und Hausärzte, ja sogar an wichtigen Medikamenten hapert es. Die Bahn ist heruntergewirtschaftet und kommt, wann sie will. Die Autobahnen sind mit Baustelle gepflastert und zugestaut, die Kliniken sind nach drei Jahren Pandemie am Ende und jetzt droht ihnen auch noch eine Revolution. Die Bundeswehr ist zu einem jämmerlichen Haufen vorkommen, die Energiewende ausgebremst ins Stocken geraten. Gut dass der Winter auch auf sich warten lässt, denn Gas und Öl zum Heizen kann ja keiner mehr bezahlen. Bei der Inflation! Ich werde müde, alles aufzuzählen, was diese neue Regierung in nur einem Jahr alles verbockt und nicht vorangebracht hat. Woran es Deutschland auf einmal alles fehlt, entdecken jetzt vor allem die, die jahrelang zuständig waren. Sie sollten schleunigst wieder ans Ruder kommen, um es rumzureißen. Oder zumindest den Karren aus dem Dreck ziehen, in den ihn diese Ampel gefahren hat. Reiner Trabold

 

6. Januar 2023

 

C-m-b

Drei Buchstaben schreiben die Sternsinger dieser Tage nach ihrem Vortrag und dem Erhalt einer Gabe mit Kreide an oder über viele Haustüren. Die drei Buchstaben seien ausdrücklich nicht die Initialen der drei heiligen Könige Caspar, Melchior und Baltasar. Das läge nämlich zu nahe. Es handele sich vielmehr um die Kürzel Christus mansionem benedicat, Christus segne dieses Haus, belehren Kirchen- und Lateinkundige gern. Dabei liegt doch auf der Hand, dass die Anfangsbuchstaben der Könige nicht zufällig auch die des Segensspruchs sind. Dass die katholische Kirche ihren Nachwuchs zum Jahresbeginn in Königskostümen zum Singen von Haus zu Haus ziehen lässt, dient einem karitativen Zweck. Allein der heiligt die Mittel. Reiner Trabold